Marktanalysen
Börse
By Alpian6. November 2026

Die Märkte im Überblick: Das Ende der Unschuld

Song des Monats: "The End of the Innocence" von Don Henley

Der Oktober war von erhöhter Marktvolatilität geprägt, da sich die Anlegerinnen und Anleger inmitten hoher Obligationenrenditen, geopolitischer Spannungen und der Ungewissheit darüber zurechtfinden mussten, wie lange die KI-getriebene Aktienrallye noch trägt. Globale Aktien zeigten eine gemischte Entwicklung. Defensive Sektoren sorgten in der Schweiz für kräftige Gewinne, während die meisten Hauptmärkte unter Druck gerieten. Die Obligationenmärkte schwächten sich ab, da die Erwartung länger anhaltender hoher Zinsen die Renditen von Staatsobligationen in den Industrieländern auf hohem Niveau hielt. Unterdessen stiegen die Ölpreise aufgrund von Sorgen über das Angebot im Nahen Osten stark an, der Schweizer Franken legte wegen der Nachfrage nach sicheren Häfen zu, und Bitcoin gab nach, da die Risikobereitschaft nachliess.

Die robusten Unternehmensgewinne boten eine gewisse Unterstützung, doch die strafferen Finanzierungsbedingungen blieben ein wesentlicher Gegenwind für die Finanzmärkte. Die Rückkehr der Zinsen zwingt Europa, sich einer harten Realität zu stellen: Schulden bleiben nicht ewig gratis. Wie Don Henley 1989 so treffend sang: «The End of the Innocence».

Wir wünschen Ihnen eine anregende Lektüre.

Die wichtigsten Erkenntnisse:

  • Renditen 10-jähriger US-Staatsobligationen bei rund 4.94%

  • Renditen 10-jähriger französischer Staatsobligationen bei rund 4.97%

  • SMI legt um 7.1% zu

  • Ölpreis bei USD 118 (Brent)

  • EUR/CHF sinkt um 2.8%

Die Entwicklung der Aktien

Die globalen Aktienmärkte gaben im Oktober nach, was eine breite Umschichtung weg von KI-bezogenen Aktien und die Besorgnis über hohe Obligationenrenditen widerspiegelt. Der S&P 500 verlor im Laufe des Monats 0.9%. Der CAC 40 legte trotz fiskalischer Bedenken, sozialer Unruhen in Frankreich und steigender Renditen von Staatsobligationen um 0.1% zu. In der Schweiz verzeichnete der SMI einen Zuwachs von 7.1% und entwickelte sich damit deutlich besser als die meisten anderen wichtigen Aktienindizes. Defensive Werte aus dem Gesundheitsbereich und dem Basiskonsumgütersegment stützten diese Entwicklung, insbesondere Novartis, Roche und Nestlé, da die Anlegerinnen und Anleger Schutz vor hohen Obligationenrenditen und der Unsicherheit rund um das KI-Thema suchten.

Die Entwicklung der Anleihen

Die Obligationenmärkte schwächten sich im Oktober ab, da die Renditen von Staatsobligationen in den wichtigsten Industrieländern hoch blieben. Dies spiegelt die Erwartung wider, dass die Zinssätze länger auf einem erhöhten Niveau bleiben werden. In den USA schloss die Rendite 10-jähriger Staatsobligationen den Monat bei 4.94%, da die Anlegerinnen und Anleger die Zinsaussichten neu bewerteten. Europäische Staatsobligationen gerieten durch anhaltende Inflationssorgen und straffere Finanzierungsbedingungen unter Druck. In Frankreich trieben fiskalische Bedenken und soziale Unruhen die Rendite 10-jähriger Staatsobligationen auf 4.97%. Dies weitete den Spread gegenüber der deutschen Bundesanleihe (3.38%) aus und verdeutlichte die Sorgen der Anlegerinnen und Anleger über den Haushaltskurs des Landes. Während die Fundamentaldaten von Unternehmensobligationen weitgehend gesund blieben, bevorzugten die Anlegerinnen und Anleger angesichts der erhöhten Marktunsicherheit zunehmend Emittenten höherer Qualität.

Die Entwicklung von Rohstoffen, Währungen und digitalen Vermögenswerten

Die Ölpreise stiegen im Oktober kräftig (+13.6%), da die eskalierenden geopolitischen Spannungen im Nahen Osten die Sorgen über das weltweite Angebot verstärkten. Die Sorte Brent erreichte USD 118 pro Barrel, angetrieben von der Angst vor Unterbrechungen wichtiger Exportrouten und der Energieinfrastruktur. Sinkende weltweite Lagerbestände verdeutlichten zudem die Verknappung auf dem Markt. Die anhaltende Unsicherheit auf der Angebotsseite hielt den Aufwärtsdruck auf die Preise aufrecht.

Der EUR/CHF-Kurs sank um 2.8%, da die Anlegerinnen und Anleger angesichts der erhöhten geopolitischen Unsicherheit und der gestiegenen Risikoaversion die Sicherheit des Schweizer Frankens suchten.

Bitcoin fiel im Laufe des Monats um mehr als 7%, da die geringere Risikobereitschaft und Gewinnmitnahmen die Nachfrage der Anlegerinnen und Anleger dämpften. Trotz der Erwartungen einer saisonalen «Uptober»-Rallye fiel es der Kryptowährung schwer, inmitten der allgemeinen Marktunsicherheit und der strafferen Finanzierungsbedingungen an Dynamik zu gewinnen.

Itshak Banon

Leiter Anlagestrategie


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