Normalerweise wiegt der Sommer die globalen Märkte in einen ruhigen, berechenbaren Rhythmus, doch dieser Juli hatte alles andere als Ferien im Sinn. Zwischen geopolitischem Machtpoker in der Strasse von Hormus und dem unerbittlichen Wettlauf um die KI-Vorherrschaft drängt sich der Eindruck auf: Alle wollen die Welt regieren.
In dieser Ausgabe schauen wir uns an, wie die Aktienmärkte die geopolitischen Spannungen abschütteln und weiter zulegen, während die Anleihemärkte mit steigenden Ölpreisen und Umbrüchen bei den Zentralbanken zu kämpfen haben. Erfahren Sie zum Schluss, wie unsere ausgewogenen Portfolios in diesem dynamischen Umfeld eine Nettorendite von +3.12 % bis zum 31. Juli 2026 erzielt und damit unsere Benchmark übertroffen haben.
Wir wünschen eine spannende Lektüre.
Inhaltsverzeichnis
Die Märkte im Überblick: Alle wollen die Welt regieren
Song des Monats: "Everybody wants to rule the world" von Tears for Fears
Der Sommer ist in vollem Gange, E-Mails werden mit mässig witzigen Abwesenheitsnotizen beantwortet, und normalerweise herrscht auch an den globalen Märkten die bekannte "Sommerflaute". Alle geben sich von ihrer besten Seite, die Märkte eingeschlossen.
Dieses Jahr sieht das allerdings anders aus: Von der Fussball-Weltmeisterschaft bis hin zu ernsten Themen wie dem Krieg im Iran wetteiferten Delegationen aus aller Welt darum, wer in den kommenden Jahren das Sagen haben wird. Auf dem Fussballplatz hat Spanien die Sache vielleicht geklärt, doch rund um die Strasse von Hormus ist man von einer Lösung weit entfernt und das hat sich an den Märkten bemerkbar gemacht.
Die wichtigsten Erkenntnisse:
Die Strasse von Hormus, alle wollen sie kontrollieren
Die Aktienmärkte zeigen sich von den Spannungen unbeeindruckt und legen weiter zu, getragen von der anhaltenden KI-Euphorie, ein Rennen, bei dem einige wenige ganz vorne mitmischen wollen
Anderswo hingegen, von den Anleihemärkten über Rohstoffe bis hin zu digitalen Vermögenswerten, hat sich die Volatilität zurückgemeldet
Die Entwicklung der Aktien
Die Aktienmärkte verliefen im Juli weitgehend seitwärts. In den USA ging es weiter aufwärts, befeuert von der ungebrochenen Begeisterung für künstliche Intelligenz. Angesichts der sehr hohen Bewertungen im Technologiesektor ist jedoch Vorsicht geboten, denn historisch haben solche Bewertungen die künftigen Renditen belastet.
Ein ähnliches Bild zeigte sich in Europa und Asien, wobei inflationäre Tendenzen die Marktbewegungen trübten. Die Instabilität im Nahen Osten, kombiniert mit einer mit Spannung erwarteten Berichtssaison, führte Mitte des Monats zu einer leichten Abwärtsbewegung. Händchenhalten, während die Mauern einstürzen, könnte man sagen.
Die Entwicklung der Anleihen
Der Anleihemarkt blickte im Juli mit wachsender Nervosität in die Zukunft, die geopolitischen Erschütterungen im Nahen Osten schlugen zunehmend auf die makroökonomische Realität durch. Im Juli hat ein Ölpreisanstieg von 26 % die Angst vor einer zweiten Welle energiegetriebener Inflation neu entfacht und die Renditen von US-Staatsanleihen stetig nach oben getrieben. Die 10-jährige US-Staatsanleihe erreichte mit 4.71 % ein 18-Monats-Hoch, weit entfernt von den ruhigeren Niveaus dieses Frühjahrs.
Am 29. Juli beliess der neue Fed-Vorsitzende die Leitzinsen unverändert und hielt die Zielspanne für die Federal Funds Rate bei 3.50 % bis 3.75 %.
Auf der anderen Seite des Atlantiks setzte die Europäische Zentralbank auf Vorsicht. Nachdem der EZB-Rat bereits im Juni mit einer präventiven Erhöhung um 25 Basispunkte auf genau diese Energierisiken reagiert hatte, beliess er den Leitzins am 23. Juli bei 2.25 %. Frankfurt fährt klar eine abwartende Linie und weigert sich, einen vorgegebenen Zinspfad festzulegen, solange unklar ist, wie stark der Ölpreisschock auf die Kerninflation durchschlägt.
Für Anleiheinvestoren ist die Botschaft unmissverständlich: Die Ära der geldpolitischen Trägheit ist vorbei, und die Volatilität ist zurück.
Die Entwicklung von Rohstoffen, Währungen und digitalen Vermögenswerten
Das globale Kräftemessen um die Vorherrschaft, oder zumindest um die Strasse von Hormus, hat die Rohstoffpreise massgeblich beeinflusst. Die Wiederaufnahme der Feindseligkeiten zwischen dem Iran und den Vereinigten Staaten hat das am 17. Juni unterzeichnete Memorandum of Understanding zunichtegemacht und war einer der Haupttreiber der Volatilität an den Finanzmärkten. Nach mehreren Wochen der Ruhe und der Ankündigung von Verhandlungen zur Sicherung der freien Durchfahrt durch die Strasse von Hormus haben Militärschläge, Vergeltungsaktionen und gegenseitige Drohungen die Sorgen der Anlegerschaft erneut geschürt. Offen bleibt die Frage, ob die Strasse von Hormus nach einer Wiedereröffnung zu einer mautpflichtigen Passage wird, was einerseits erhebliche wirtschaftliche und politische Konsequenzen hätte und andererseits andere Anrainerstaaten strategisch wichtiger Meerengen und Kanäle auf ähnliche Ideen bringen könnte.
Kryptowährungen verzeichneten hingegen einen positiven Monat: Bitcoin legte zu, und die meisten Altcoins folgten dem gleichen Trend. Dieses Muster dürfte nicht nur mit dem Übergreifen des KI-Optimismus vom Aktienmarkt zusammenhängen, sondern auch mit einer Flucht von Anlegern in vermeintlich sichere Häfen, die gleichzeitig vor einem möglichen Platzen einer Blase auf der Hut waren.
Alle wollen die Welt regieren, und die Märkte werden in diesen Wettlauf hineingezogen. Manchmal mag es sich anfühlen, als wären wir nur Zuschauer. Doch gerade das sollte uns daran erinnern, unsere Portfolios und Anlagestrategien laufend anzupassen, sowohl an persönliche Bedürfnisse als auch an das globale Umfeld. Denn nichts währt ewig, und selbst die schwersten Konflikte finden irgendwann eine Lösung.

Alpian: Unsere Portfolio-Performance: +3.12 % YTD
Die Märkte hatten es 2026 bisher nicht leicht. Zwischen der Angst vor Kapitalverlusten und den Opportunitätskosten des Abwartens gab es kaum Verschnaufpausen.
Unsere aktiv verwalteten Portfolios haben sich derweil stabil gehalten. Die Ergebnisse sprechen für sich.
In einer Welt, in der alle das Sagen haben wollen, kann sich Vermögensverwaltung manchmal wie ein Drahtseilakt anfühlen. Die ersten sieben Monate 2026 haben selbst erfahrene Anleger auf die Probe gestellt, hin- und hergerissen zwischen der Angst vor plötzlichen Kurseinbrüchen und der nagenden Sorge, die KI-Rallye zu verpassen.
Bis zum 31. Juli 2026 erzielten die diskretionären Balanced Portfolios von Alpian im Durchschnitt eine Nettorendite von +3.12 % und übertrafen damit leicht unsere Benchmark (den Performance Watcher Mid-Risk Index), der bei +2.91 %* lag.
Diese Outperformance ging mit einer etwas höheren Volatilität einher: 7.52 % bei Alpian gegenüber 6.40 % bei der Benchmark.
Eine solide Finanzstrategie entsteht nicht durch das Jagen kurzfristiger Trends, sondern durch einen robusten, persönlichen Plan, der langfristig Bestand hat.
Haben Sie Fragen zu Anlagen? Unsere Vermögensberater stehen Ihnen gerne zur Verfügung.
*Performance des Alpian Balanced Portfolio im Vergleich zum PW Mid-Risk Index (31. Dezember 2025 – 31. Juli 2026). Die durchschnittliche Performance von Schweizer Banken für eine ausgewogene Strategie wird durch den Performance Watcher Mid-Risk Index abgebildet. Für Alpian zeigen wir die durchschnittliche Performance aller Arten von diskretionären Portfolios mit einer ausgewogenen Strategie (zwischen 40 und 60 % Aktienallokation). Alle Performancezahlen basieren auf der aggregierten zeitgewichteten Rendite nach Abzug der Gebühren über alle Alpian-Kunden mit einer ausgewogenen Strategie. Individuelle Anlageergebnisse können aufgrund von Faktoren wie dem Zeitpunkt der Investition und der spezifischen Strategiewahl abweichen. Die vergangene Performance ist kein verlässlicher Indikator für zukünftige Ergebnisse. Der Inhalt dieser Publikation dient ausschliesslich zu Informationszwecken und ist nicht als Rechts-, Steuer-, Anlage-, Finanz- oder sonstige professionelle Beratung zu verstehen.
Die Performance von Alpian weicht zwar von der Benchmark ab, doch sollte die Performance immer im Zusammenhang mit dem Risiko betrachtet werden. Performance Watcher passt die Renditen daher um die Volatilität an und vergleicht die daraus resultierende risikoadjustierte Performance mit derjenigen der Benchmark.
Anlagen sind mit Risiken verbunden, einschliesslich des möglichen Verlusts des investierten Kapitals. Der Wert von Anlagen kann schwanken, und es gibt keine Garantie für Gewinne oder den Schutz vor Verlusten. Diversifikation sichert weder einen Gewinn noch schützt sie vor Verlusten. Potenzielle Anleger sollten eine qualifizierte Finanzberatung in Anspruch nehmen, bevor sie Anlageentscheide treffen. Bitte lesen Sie die vollständigen Risikohinweise und weiteren relevanten Dokumente auf unserer Website, bevor Sie investieren.
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