2005 prägte Warren Buffett in seinem Brief an die Aktionärinnen und Aktionäre von Berkshire Hathaway einen Begriff, der hängen blieb: die «Helfer». Gemeint sind alle, die zwischen den Investierenden und den Unternehmen stehen, die ihnen gehören: Broker, Beratung, Consultants, aktives Fondsmanagement. Sie mögen nützliche Dienste leisten. Zusätzliche Rendite schaffen sie in der Summe aber nicht. Denn Vermögen entsteht nicht an der Börse, sondern in den Unternehmen. Jeder Dollar, der an Vermittler geht, fehlt am Ende den Investierenden.
Die Logik ist bestechend einfach. Weil Investierende in ihrer Gesamtheit alle Unternehmen besitzen, können sie zusammen nie mehr verdienen als das, was diese Unternehmen vor Kosten erwirtschaften. Sobald Gebühren ins Spiel kommen, liegt die Gesamtrendite unter jener des Marktes. Je grösser das Stück, das sich die «Helfer» abschneiden, desto kleiner bleibt der Rest.
Buffett behauptete nicht, dass Profis generell kein Talent hätten. Er stellte nur fest: Wenn einige den Markt schlagen, dann auf Kosten anderer. Und die Kosten der gesamten Branche fallen trotzdem an. Nach Gebühren wird aktives Management damit zum Negativsummenspiel.
Sein Fazit: Die meisten fahren langfristig besser, wenn sie die Kosten tief halten und einen breit gestreuten, günstigen Indexfonds besitzen. So bleibt mehr vom Wohlstand, den Unternehmen schaffen, dort, wo er hingehört: bei den Investierenden.
Um das zu beweisen, ging Buffett 2007 eine Wette über 1 Million USD ein. Die Ansage: Über zehn Jahre schlägt ein kostengünstiger S&P-500-Indexfonds ein von Profis ausgewähltes Hedgefonds-Portfolio, nach allen Gebühren und Kosten.
Wie viele «Finanzgenies» nahmen die Wette an? Ein einziges: Ted Seides von Protégé Partners. Er setzte auf fünf Dach-Hedgefonds, die zusammen in über 200 Hedgefonds investiert waren. Buffett wählte einen S&P-500-Indexfonds von Vanguard. Der Startschuss fiel am 1. Januar 2008, mitten im Auftakt der globalen Finanzkrise. Das Ziel: 31. Dezember 2017.
Das Resultat war eindeutig. Der Indexfonds legte in zehn Jahren kumuliert 125.80 % zu, die Dach-Hedgefonds im Schnitt rund 36.30 % (1). Seides argumentierte später, das Jahrzehnt sei für den S&P 500 aussergewöhnlich günstig gewesen.
(1) Berkshire Hathaway, Aktionärsbrief 2017
(2) Arithmetisches Mittel
(3) Dach-Hedgefonds D wurde 2017 liquidiert
(4) Geometrisches Mittel
Spannend aus Schweizer Sicht: Der Dollar fiel in dieser Zeit von rund 1.125 auf 0.974 Franken. In Franken gerechnet hätte Buffetts Weg Investierenden in der Schweiz kumuliert rund 95 % eingebracht.
Den Gewinn spendete Buffett: Rund 2.2 Millionen USD gingen an Girls Inc. in Omaha, weil der Einsatz zwischenzeitlich in Berkshire-Aktien umgeschichtet worden war. Die Wette wurde zu einem der eindrücklichsten Praxisbeweise für Buffetts Rat: Für die meisten führen tiefe Kosten und breit gestreute, günstige Indexfonds langfristig eher zu besseren Ergebnissen als hohe Gebühren für aktives Management. Oder in seinen eigenen Worten aus dem Aktionärsbrief von 1993: «Wenn ‹dummes› Geld seine Grenzen erkennt, hört es auf, dumm zu sein.»
Bei Alpian teilen wir Buffetts Sicht: Langfristig ist kostengünstiges, passives Investieren der richtige Weg. Unsere Lösungen in Franken sind genau darauf gebaut: breit diversifiziert, mit einer tiefen Gebühr von 0.50 % bis 0.75 %, zuzüglich der Produktkosten (TER) der ETFs, die bei jedem ETF-Portfolio anfallen. Nur: Märkte sind nicht zu jedem Zeitpunkt effizient. Risikomanagement, Kapitalflüsse und Bewertungen zählen auf lange Sicht.
Deshalb können gezielte, massvolle taktische Anpassungen die Rendite leicht verbessern und die Verwaltungsgebühr über mehrere Jahre ganz oder teilweise decken. Man kann es sich vorstellen wie im Cockpit: Der Autopilot fliegt den Grossteil der Strecke, die Pilotin korrigiert nur leicht, wenn sich die Bedingungen ändern. So bleibt das Portfolio auf einem besseren Kurs, ohne wesentlich von seiner langfristigen strategischen Allokation abzuweichen.
Entscheidend dabei: Bei Alpian halten wir die Transaktionskosten dieser kleinen Anpassungen auf einem strikten Minimum. Genau das unterscheidet unseren Ansatz von Seides' Dach-Hedgefonds. Dort fielen die typischen Hedgefonds-Gebühren an, oft 2 % pro Jahr plus 20 % der Gewinne, und darüber noch eine zweite Gebührenschicht. Kleine Kurskorrekturen zu fast null Handelskosten sind etwas grundlegend anderes.
Die bisherige Bilanz: Seit dem Start am 30. September 2022 haben unsere taktischen Anpassungen die Performance um 204 Basispunkte verbessert (Stand: 21. September 2026), verglichen mit einem sonst identischen, gleichgewichteten Portfolio ohne taktische Anpassungen. Das deckt die Verwaltungsgebühr ungefähr. Allein seit Jahresbeginn trugen sie 38 Basispunkte bei.
Hinweis: Investitionen sind mit Risiken verbunden, einschliesslich des möglichen Verlusts des investierten Kapitals. Der Wert von Investitionen kann schwanken; Gewinne sind nicht garantiert, Verluste nicht ausgeschlossen. Diversifikation garantiert keinen Gewinn und schützt nicht vor Verlusten. Wer investieren möchte, sollte sich vor jedem Investitionsentscheid von einer qualifizierten Fachperson beraten lassen. Bitte lesen Sie vor dem Investieren die vollständigen Risikohinweise und weiteren relevanten Dokumente auf unserer Website.
Individuelle Ergebnisse können je nach Zeitpunkt der Investition und gewählter Strategie abweichen. Vergangene Wertentwicklungen sind kein Indikator für zukünftige Ergebnisse. Diese Publikation dient ausschliesslich Informationszwecken und stellt keine Rechts-, Steuer-, Anlage-, Finanz- oder sonstige fachliche Beratung dar.
)

)


)
