Vermögensverwaltung
By Alpian28. August 2026

Reden wir Klartext: Jeden Tag die Kurse checken: gute Idee oder Zeitverschwendung?

Erfolg bedeutet nicht, jedes Mal richtig zu liegen. Ein kleiner, aber beständiger Vorteil entfaltet über die Zeit eine erstaunliche Wirkung.

Stellen Sie sich einen Aktien-ETF vor, der über ein Jahr 11 % zulegen soll. Nehmen wir zur Vereinfachung an, er bewegt sich pro Handelstag nur um +1 % oder −1 %. In der Realität fallen die täglichen Schwankungen meist grösser und unregelmässiger aus. Um auf diese Weise 11 % Rendite zu erreichen, bräuchte es 131 Tage mit Kursgewinnen und 119 Tage mit Verlusten, bei insgesamt 250 Handelstagen.

Positive Tage überwiegen also nur knapp: 52 % gegenüber 48 %. Da tägliche Kursbewegungen grösstenteils zufällig sind, bringt häufiges Beobachten nichts. Was nach einem Trend aussieht, ist oft nur Rauschen. Anders gesagt: Wer zu nah hinschaut, hat eine Trefferquote von kaum mehr als 50 %. Erst über einen langen Zeitraum zeigt sich das wahre Bild, nämlich der tatsächliche Wert der ETF-Anlage.

Doch es geht nicht nur um Zahlen. Die menschliche Psychologie spielt eine ebenso wichtige Rolle. Daniel Kahneman erhielt 2002 den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften für seine gemeinsame Arbeit mit Amos Tversky über Entscheidungen unter Unsicherheit (Prospect Theory). Ihre Forschung zeigte: Der Schmerz über einen Verlust wiegt etwa doppelt so schwer wie die Freude über einen gleich hohen Gewinn. Diese Neigung, die sogenannte Verlustaversion, beeinflusst unsere Entscheidungen massgeblich.

Für Anlegerinnen und Anleger hat das weitreichende Folgen. Jeder Gewinn erzeugt eine «Einheit Zufriedenheit», wohingegen jeder Verlust gleich zwei davon wegnimmt. Wer den Kurs des ETFs täglich kontrolliert, erlebt über das Jahr verteilt deshalb wahrscheinlich mehr Stress als Freude. Auch wenn die positiven Tage leicht überwiegen, schlagen die Verluste emotional viel stärker durch.

Der Effekt ähnelt dem ständigen Konsum negativer Nachrichten: Mit der Zeit drückt es auf die Stimmung und das Wohlbefinden. Genauso kann das wiederholte Prüfen der Kurse harmlos erscheinen, aber einen überraschend hohen emotionalen Preis haben.

Fazit: Zu häufiges Kurse-Checken ist keine gute Idee. Profis denken in Wahrscheinlichkeiten, Amateure reagieren auf Zufall. Lehnen Sie sich zurück und lassen Sie den Zinseszinseffekt für sich arbeiten.

Das obige Beispiel dient ausschliesslich der Veranschaulichung. Es gibt keinen Hinweis auf die Wertentwicklung eines Alpian-Portfolios.

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Hinweis: Anlagen sind mit Risiken verbunden, einschliesslich des möglichen Verlusts des investierten Kapitals. Der Wert von Anlagen kann schwanken, und es gibt keine Garantie, Gewinne zu erzielen oder Verluste zu vermeiden. Diversifikation garantiert keinen Gewinn und schützt nicht vor Verlusten. Potenzielle Anleger sollten einen qualifizierten Finanzberater konsultieren, bevor sie Anlageentscheidungen treffen. Bitte lesen Sie die vollständigen Risikohinweise und andere relevante Dokumente auf unserer Website, bevor Sie investieren.

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