Marktanalysen
Börse
By Alpian8. Mai 2026

Die Märkte im Überblick: Quicker than a ray of light

Die Märkte haben sich von den jüngsten Turbulenzen schneller erholt als ein Lichtstrahl. Diese erstaunliche Geschwindigkeit wirft die Frage auf: Folgt nach dem Blitz auch der Donner?

Genau dieser Frage gehen wir in unserem Abschnitt «Märkte im Überblick» nach. Wir analysieren die Dynamik hinter dieser aussergewöhnlich seltenen Erholung und was sie für Ihr Portfolio bedeutet.

Im Demystification Room blicken wir über die öffentlichen Märkte hinaus und entschlüsseln einen Begriff, der in Anlegerkreisen zunehmend an Bedeutung gewinnt: «semi-liquid». Wir zeigen Ihnen, was dieser Begriff im Bereich Private Credit wirklich bedeutet und warum Sie seine Feinheiten kennen sollten.

Abschliessend stellen wir Ihnen unsere neu benannten Anlagelösungen vor, entwickelt, damit Sie jeden Markt mit Klarheit und Vertrauen meistern.

Viel Vergnügen beim Lesen.

Die Märkte im Überblick: Quicker than a ray of light

Song des Monats: "Ray of light" von Madonna

Der Krieg im Iran sollte eine Woche dauern, nun gehen wir in die siebte. Die Märkte sollten unter Druck bleiben, solange der Ausgang ungewiss blieb; stattdessen erholten sie sich mit erstaunlicher Geschwindigkeit. Nach einem relativ moderaten Rückgang (–9 %), angesichts der potenziellen wirtschaftlichen Folgen des Konflikts, stiegen die globalen Aktienmärkte in nur 13 Tagen um mehr als 10 %.
Historisch betrachtet sind Erholungen dieser Grössenordnung ausserordentlich selten (weniger als 1 % der Fälle). Wir nähern uns buchstäblich der Lichtgeschwindigkeit.
In diesem Sinne passt «Ray of light», Madonnas ikonischer Track aus den 90ern, perfekt als Soundtrack für diese Monatsnotiz.

Das alles führt uns zur Frage, die alle beschäftigt: Folgt dem Blitz der Donner?

Die wichtigsten Erkenntnisse:

  • Der Krieg im Iran sollte eine Woche dauern; wir treten bereits in die siebte Woche ein.

  • Trotzdem haben sich die Aktienmärkte in Rekordgeschwindigkeit erholt und lassen viele Anleger ratlos zurück.

  • Auch die Anleihemärkte legten zu, während die Erwartungen zum künftigen Zinsverlauf neu kalibriert wurden.

  • Bei den Rohstoffen steht Öl weiterhin im Fokus. Gold zögert, während digitale Vermögenswerte neuen Schwung suchen.

  • Der Marktabschwung war zwar nur von kurzer Dauer, hat aber dennoch bemerkenswerte Verwerfungen geschaffen.

Die Entwicklung der Aktien

Beginnen wir mit etwas professioneller Bescheidenheit: Kaum jemand hatte mit einer solchen Erholung gerechnet, unser Team eingeschlossen. Prognosen gehören nicht zu unseren Kernkompetenzen, doch als überzeugte Verfechter des Risikomanagements betrachten wir stets verschiedene Szenarien. Eine Erholung nach einem Abschwung ist nie unwahrscheinlich, aber diese sticht durch Tempo und Ausmass hervor.

Nicht dass wir uns beklagen würden. Wenn Portfolios wieder Fahrt aufnehmen, ist das stets willkommen. US-Aktien legten um 13.3 % zu und zogen die meisten anderen Märkte mit sich, von Europa über die Schweiz bis nach China.

Diese rasche Rückkehr auf frühere Niveaus bringt uns allerdings in eine heikle Lage. Der Abschwung war zu kurz, um strukturelle Übertreibungen der letzten Monate abzubauen, während die Erholung zu stark war, um die anhaltenden Aufwärtskräfte zu ignorieren, die bei jedem Anzeichen von Schwäche die Märkte stützen.

Das Makrobild zeigt sich ebenfalls uneinheitlich. Von der Investorenpositionierung über die ersten Q1-2026-Zahlen, die bisher solide ausfallen (28 % der US-Unternehmen haben berichtet, 84 % übertrafen die Erwartungen), bis zur anhaltenden KI-Nachfrage, es mangelt nicht an Gründen für kurzfristigen Optimismus. Doch mit Ölpreisen weiterhin nahe 100 Dollar pro Barrel, wieder aufflammenden Inflationssorgen und schleppenden Waffenstillstandsverhandlungen zeigen nicht alle Signale in dieselbe Richtung.

Wer auf vollkommene Klarheit wartet, könnte genauso gut hoffen, dass Märkte nie mehr überraschen. Das wäre weder realistisch noch wünschenswert und würde dem Investieren seine Essenz rauben. Gerade bei unsicheren Aussichten zählt Kreativität am meisten und können Anleger auf Belohnung für eingegangene Risiken hoffen. Von Absicherungsstrategien bis zu marktrichtungsunabhängigen Ansätzen bleiben Chancen reichlich vorhanden.

Das Umfeld zeigt sich durchaus unterstützend. Sinkende Volatilität und Verwerfungen in verschiedenen Marktsegmenten schaffen attraktive Gelegenheiten. Geografisch haben sich die erwarteten Kriegsfolgen ungleich ausgewirkt. Seit Konfliktbeginn beträgt die Spanne zwischen den besten und schlechtesten der 92 globalen Aktienindizes 32 %. Diese Streuung könnte attraktive Aufholgeschäfte ermöglichen, und Einstiegspunkte sind durchaus noch vorhanden.

Die Entwicklung der Anleihen

Verwerfungen beschränken sich nicht auf die Aktienmärkte; sie zeigen sich auch bei Anleihen. Bemerkenswert ist etwa, dass Anleger in den USA mehrheitlich mit Zinssenkungen rechnen, während in der Schweiz und Europa die Erwartungen klar in Richtung Zinserhöhungen tendieren.

Für Schweizer Sparerinnen und Sparer sind das durchaus ermutigende Nachrichten, da sich eine Rückkehr zu Negativzinsen damit in weitere Ferne rückt. Dennoch sollte man mit voreiligen Schlüssen vorsichtig sein.

Vor diesem Hintergrund entwickelten sich die Anleihemärkte im April insgesamt positiv und verzeichneten ein Plus von über 1.8 %.

Die Entwicklung von Rohstoffen, Währungen und digitalen Vermögenswerten

Die beobachteten Divergenzen an den Zinsmärkten spiegeln sich auch im Devisenhandel wider, mit konkreten Auswirkungen für Schweizer Anleger. Nachdem der Franken im März gegenüber Dollar und Euro nachgegeben hatte, kehrte sich der Trend im April um und der Franken legte zu.

Bei den Rohstoffen bleibt Öl die entscheidende Grösse im Fokus aller Marktteilnehmer. Es hat das Potenzial, den weiteren Verlauf massgeblich zu prägen, sowohl wirtschaftlich über die Inflationsentwicklung als auch geopolitisch, indem es bestimmt, welche Länder bei einem möglichen Angebotsschock am besten aufgestellt sind.

Aufschlussreich ist auch die Entwicklung von Gold und digitalen Assets. Gold zeigt besorgniserregende Ermüdungserscheinungen. Wie wir letzten Monat aufgezeigt haben, steigt Gold typischerweise in Erwartung von Risiken, aber nicht unbedingt, wenn diese tatsächlich eintreten. Nach dem Rückgang im März erholte es sich im April nicht, obwohl das Umfeld auf dem Papier förderlich erschien. Das könnte bei Anlegern Zweifel wecken, besonders bei jenen, die spät auf Rekordniveaus eingestiegen sind.

Digitale Assets kämpfen ihrerseits noch immer mit den Folgen der jüngsten Korrektur und versuchen, ihren Wert im aktuellen Umfeld neu zu beweisen. Vielleicht eine weitere Relative-Value-Chance?


Fazit: Weder Konjunkturdaten noch Schlagzeilen machen vollends zuversichtlich und das Korrekturrisiko bleibt bestehen. Gleichzeitig war das Spektrum an Anlagechancen wohl selten breiter. Wir bleiben deshalb konstruktiv eingestellt. Die Frage ist nur, ob man schneller als das Licht sein muss, um sie zu nutzen!


Reden wir Klartext: «Halb-liquide» gibt es das überhaupt?

Private Kredite sorgen immer häufiger für Schlagzeilen. In den letzten zwanzig Jahren ist dieser Markt förmlich explodiert und auf geschätzte 3 Billionen Dollar angewachsen, fast das Zehnfache. Nach der Finanzkrise 2008 wurden Banken strenger reguliert und vergeben seither Kredite deutlich selektiver. Der Kapitalbedarf der Unternehmen blieb aber bestehen. Private Fonds erkannten die Chance und übernahmen schrittweise die Rolle der Banken bei riskanteren Kreditnehmern.

Lange Zeit waren solche Anlagen institutionellen Investoren wie Pensionskassen vorbehalten. Neuerdings öffnen sie sich auch für Privatanleger. Das Versprechen klingt verlockend: höhere Renditen, scheinbar geringere Schwankungen und vor allem flexible Zugriffsmöglichkeiten auf Ihr Kapital.

Genau hier kommt der Begriff «halb-liquide» ins Spiel. Diese Fonds versprechen Ihnen, Ihr Kapital in regelmässigen Abständen zurückzubekommen, beispielsweise quartalsweise oder halbjährlich. Dieses Versprechen basiert allerdings auf einer wackligen Annahme: dass sich die zugrundeliegenden Anlagen bei Bedarf problemlos verkaufen lassen.

Tatsächlich sind die Kredite in diesen Fonds von Natur aus illiquide. Sie werden nicht an offenen Märkten gehandelt, und einen Käufer zu finden kann dauern, besonders in Krisenzeiten. Solange nur wenige Anleger ihr Geld zurückfordern, läuft alles reibungslos. Wollen aber viele gleichzeitig aussteigen, stösst der Fonds an seine Grenzen: Entweder verkauft er mit Verlust oder schränkt die Auszahlungen ein.

Der Begriff «halb-liquide» gaukelt eine Sicherheit vor, die es nicht gibt. Eine Anlage ist liquide oder sie ist es nicht, dazwischen gibt es nichts.


Klare Sicht auf Ihr Portfolio in unsicheren Zeiten

Gerade in solchen Momenten der Verwerfung braucht Ihr Portfolio Klarheit, wenn die Märkte keine bieten. Bei Alpian erhalten Sie professionelle und gleichzeitig zugängliche Anlagelösungen, mit denen Sie jeden Markt souverän navigieren. Wir haben kürzlich unsere Anlagemandate umbenannt und nutzen diese Gelegenheit, sie Ihnen neu vorzustellen:

  • Managed Essentials: Ein benutzerfreundliches, ETF-basiertes Vermögensverwaltungsmandat ab nur 2'000 CHF mit vier verschiedenen Portfolios und fünf Risikoprofilen.

  • Managed Premium: Ein vollständig personalisiertes Vermögensverwaltungsmandat ab 30'000 CHF, kontinuierlich von unseren Experten optimiert.

  • Guided Premium: Ein hochgradig personalisiertes Beratungsmandat ab 10'000 CHF, ideal für proaktive Anleger.

Die Geschichte zeigt: Wer langfristig in ein diversifiziertes Portfolio investiert bleibt, kann nachhaltiges Vermögen aufbauen.

Bereit, Ihr Geld für Sie arbeiten zu lassen?

Hinweis: Anlagen sind mit Risiken verbunden, einschliesslich des möglichen Verlusts des eingesetzten Kapitals. Der Wert von Anlagen kann schwanken und es gibt keine Garantie für Gewinne oder die Vermeidung von Verlusten. Diversifikation gewährleistet keinen Gewinn und schützt nicht vor Verlusten. Potenzielle Anleger sollten vor einer Anlageentscheidung einen qualifizierten Finanzberater konsultieren. Bitte lesen Sie vor einer Anlage die vollständigen Risikohinweise und andere relevante Dokumente auf unserer Website.

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